Was zum Jahreswechsel gehört und was nicht

Neujahrsbräuche im Engadin

Das Engadin hat eine reiche Brauchtumskultur, mit eigenen Festen, eigenen Liedern und einer eigenen Sprache, dem Rätoromanischen. Rund um Silvester werden aber oft Bräuche genannt, die in einen ganz anderen Monat gehören. Wir haben sortiert, was wirklich zum Jahreswechsel gehört.

Das verschneite Oberengadin mit St. Moritz und den Seen, gesehen vom Piz Muragl
Das Oberengadin im Winter, gesehen vom Piz Muragl. Foto: Capricorn4049, CC BY-SA 4.0

„Bun di, bun an“

Der rätoromanische Neujahrsgruß heißt „Bun di, bun an“: guten Tag, gutes Jahr. In manchen Dörfern ziehen Kinder am 1. Januar von Haus zu Haus, sagen den Wunsch auf und bekommen dafür Süßes, Nüsse oder ein paar Münzen. Als lebendiger Brauch belegt ist das zum Beispiel in Casaccia im Bergell und in Ftan im Unterengadin.

In St. Moritz selbst ist der Heischebrauch nicht verbreitet, der Gruß aber sehr wohl. Die Engadiner Post titelte am 31. Dezember 2024 schlicht „Bun di, bun an!“, und Samedan feierte am 1. Januar 2025 einen ökumenischen Gottesdienst unter diesem Namen. Wenn Sie am Neujahrsmorgen jemandem mit „Bun di, bun an“ begegnen, liegen Sie richtig.

Die Schlitteda im Januar

Die Schlitteda gehört nicht zu Silvester, aber in die Wochen danach. Junge, unverheiratete Paare fahren in Engadiner Tracht auf geschmückten Pferdeschlitten durch die Dörfer. Es gibt die Schlitteda nacheinander in Pontresina, Champfèr, St. Moritz und Samedan. Die 50. Schlitteda Champfèr ist für den 9. Januar 2027 angekündigt. Mehr unter Januar in St. Moritz.

Nicht zum Jahreswechsel

Und das Feuerwerk?

Feuerwerk ist in St. Moritz seit Juni 2022 verboten, in den meisten Nachbargemeinden ebenfalls. Das frühere Neujahrsfeuerwerk über dem See fand am Abend des 1. Januar statt, nicht um Mitternacht, und ist Geschichte. Mehr unter Silvesternacht.

Was Gäste mitmachen können